Vor zwei Tagen in meinem Büro. Ein Anbieter begann seine Präsentation mit dem Satz ‘es tut mir leid, die Folien sind nicht ganz auf dem neusten Stand’. Meine Reaktion: ‘Kommen Sie wieder, wenn sie aktuell sind.’ Lesen Sie, warum Sie eine Präsentation nie mit einer Entschuldung starten sollten…

Eine Präsentation mit einer Entschuldigung zu starten, ist denkbar schlecht. Zur Verteidigung des Anbieters muss ich sagen, dass es ein sympathischer junger Typ war, der es einfach nicht besser wusste. Wäre ich sein Chef, würde ich meinen Key Account Manager nie so untrainiert zu Kunden schicken. Klar, habe ich ihn nicht rausgeschmissen, nur weil er (zu) aufrichtig war. Es  hat ihn interessiert, weshalb der Start einer Präsentation mit einer Entschuldigung nicht gut sei. Da ich diesen Fehler früher immer wieder mal gemacht habe, gab ich ihm drei Beispiele

  1. ‘Es tut mir leid, doch ich konnte mich nicht genügend vorbereiten’ ist die Todsünde unter den Entschuldigungen. Kategorie: Selbstverstümmelung. Kein Mensch weiss, wie gut oder wie schlecht man sich vorbereitet hat. Selbst wenn die Präsentation dann richtig gut gelingt, bleibt beim Publikum ein schaler Nachgeschmack. Sie sagen zu sich selber… ‘Hmmmm, er hat recht, er hätte sich besser vorbereiten werden können’.
  2. Ähnlich ist es mit der Nervosität. Es gibt Menschen, denen fällt es schwer vor Menschen zu sprechen und sie werden sehr nervös. Das ist völlig ok. Die Nervosität zu Beginn zu erwähnen mag aufrichtig erscheinen und es reduziert sogar den eigenen Druck. Doch muss der Fokus bei einer Präsentation beim Publikum liegen und nicht bei sich selber. Kürzlich gab ich einem Redner eine Rückmeldung, dass er überhaupt nicht nervös wirkte und ich es ohne seinen Kommentar nie geahnt hätte. Nervosität kann übrigens auch sympathisch wirken, dafür braucht es keine Entschuldigung.
  3. Eine Entschuldigung wird oft als Floskel, Ausrede oder unprofessionell angesehen. So wie in dem konkreten Fall mit den Slides, die nicht auf dem neusten Stand waren. Ich sagte dem Key Accounter, dass ich nicht mit einem Unternehmen zusammenarbeiten will, welches offenbar seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht hat. Und das schon bei der Kundengewinnung. Persönliche Sympathie hin oder her.

Übrigens:  Die Honeymoon-Phase in einem Vortrag liegt, selbst bei bekannten Rednern, bei einer bis zwei Minuten. Gewinnt man die Menschen bis dahin nicht, dann beginnen sie abzuschweifen. Nutzen Sie also jede Sekunde in dieser Startphase und verschwenden sie diese nie mit einer Entschuldigung.

Ein frischer Gruss

Ralph Hubacher

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