Können Mit-Arbeiter auch Mit-Unternehmer sein? Den Satz ‘wir brauchen mehr Entrepreneural Spirit in unserem Unternehmen’ höre ich häufig. Doch ist das möglich oder ist es ein Paradoxon, weil sich Unternehmer eigentlich nicht als Mitarbeiter anstellen lassen sondern Unternehmer sind?

Die Schwarz/Weiss Version ist simpel. Wenn jemand Unternehmer-Blut hat, dann ist er Unternehmer. So einfach ist das. Ich habe es am eigenen Leib erlebt. Für meinen letzten Arbeitgeber wär ich durchs Feuer gegangen, ich war mit Leib und Seele mit dabei. Viel mehr Identifikation ging wirklich nicht. Trotzdem muss ich sagen, dass ich nicht in jeder Situation unternehmerisch gehandelt habe, da ich schlicht nicht wusste was es genau heisst. Trotz allem Engagement, Feuer und Herzblut. Erst seit meiner Firmengründung im 2013 habe ich eine Idee, was Entrepreneur sein wirklich bedeutet. Doch das Leben ist selten Schwarz/Weiss… es gibt einige Schattierungen.

Vor ein paar Wochen habe ich das Thema mit einem Menschen diskutiert, den ich als Führungskraft und Vordenker schätze. Wir unterhielten uns ausführlich darüber, was es braucht, damit Mitarbeiter und Führungskräfte unternehmerischer denken und handeln:

Spielfelder schaffen

Viele Manager erwarten ‘entrepreneural thinking’, doch es gibt kein passendes Spielfeld. Schön wärs, einfach eine Erwartung äussern und selber nichts dazu beitragen. Funktioniert nicht. Es braucht seitens des Managements wirklich Mut, eine Entrepreneur-Kultur zu schaffen. Ohne Ergebnisoffenheit, Fehlerfreudigkeit und breiteren Leitplanken wird es nicht gehen. Wer wirklich Unternehmer in der Firma will, der geht immer auch ein Risiko ein.

Den Entrepreneur-Level definieren

Nicht auf jeder Stufe, nicht in jeder Abteilung und nicht in jedem Geschäftsbereich sind dieselben unternehmerischen Fähigkeiten gefragt und gewünscht. Es ist im Vorfeld wichtig zu defineren, wo man welchen Entrepreneur-Level braucht. Das führt automatisch zum nächsten Punkt.

Erklären, und zwar richtig

Beim Nachfragen was unternehmerisches Verhalten konkret heisst, kommen oft Allgemeinplätze wie ‘innovativer werden’ oder ‘kostenbewusster sein’. Ich will es dann genauer wissen, hake nach und es wird oft ziemlich dünn. Wie aber sollen es Mitarbeiter verstehen, wenn Führungskräfte und selbst die Geschäftsleitung es entweder selber nicht so genau wissen oder nicht verständlich kommunizieren können.

Identität schaffen

Wer Spielfelder schafft, den Entrepreneur-Level festlegt und alles gut erklärt, der gewinnt unter Umständen noch keinen Blumentopf. Ein Schlüssel ist die starke Identifizierung der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Sonst läuft gar nichts. Mit Geld lässt es sich etwas steuern, doch nur kurzfristig und es wird auf Dauer teuer.

Übrigens: Wer wirklich unternehmerisch denkende Mitarbeiter engagieren will, der muss sich auf kritische und fordernde aber auch inspirierende und treibende Menschen einstellen. Doch lässt das die Unternehmenskultur zu? Wie weit will man ‘Disruptoren’ wirklich im Unternehmern?

Ein frischer Gruss

Ralph Hubacher

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